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Frauen unterm Hakenkreuz Wolfgang  Schneider

Frauen unterm Hakenkreuz

Wolfgang Schneider

Published
ISBN : 9783455093377
Hardcover
239 pages
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 About the Book 

Dass die nationalsozialistische Ideologie alles andere als auf die Emanzipation der Frau gerichtet war, bedarf keiner besonderen Betonung. Emanzipation, wird Adolf Hitler zitiert, ist nur ein vom jüdischen Intellekt erfundenes Wort. Doch unterMoreDass die nationalsozialistische Ideologie alles andere als auf die Emanzipation der Frau gerichtet war, bedarf keiner besonderen Betonung. Emanzipation, wird Adolf Hitler zitiert, ist nur ein vom jüdischen Intellekt erfundenes Wort. Doch unter dem Diktat des Krieges veränderte sich auch das offizielle Frauenbild der Nazis, so die These Wolfgang Schneiders, und es gab unfreiwillige Ansätze partieller Gleichberechtigung. Eine mehrfach eingeschränkte These also, die so auch kaum angreifbar ist. Die Rolle der Frau im Dritten Reich, so lautet das Fazit, war entgegen des gängigen Pauschalurteils nicht auf die der versklavten Gebärmaschine reduziert. Auch wenn sie im Parteiapparat deutlich unterrepräsentiert waren und gemäß der nationalsozialistischen Ideologie als natürliche Gefolgschaft des Mannes galten, dessen Brut und Haushalt sie zu versorgen hatten -- Frauen waren von Beginn an entscheidende Stützen des nationalsozialistischen Staates, auch wenn sie bis zuletzt so gut wie keine, zumindest maßgebenden öffentlichen Ämter bekleideten. Ein wenig verwundert es deswegen schon, dass Schneider nicht näher auf die Täterinnen eingeht, die es während der NS-Zeit eben auch gegeben hat.Dass die Bedeutung der Frauen für das Regime mit zunehmender Dauer des Krieges größer wurde, liegt auf der Hand. Dass sich aber auch das ideologische Frauenkonzept des Nationalsozialismus groß geändert hätte, davon kann wohl kaum die Rede sein. Im Gegenteil hat die ausgerechnet von der Reichsfrauenführerin Gertrud Scholz-Klink formulierte Doktrin, die deutsche Frau solle so sein, dass sie alles, was von ihr gefordert wird, gern tut bis zuletzt ihre Gültigkeit behalten. Nur hat das angesichts der (Über-)Lebensfragen, die der totale Krieg an die Frauen und Männer in Deutschland stellte, zuletzt niemanden mehr gekümmert. Die Stärke des vorliegenden Bandes liegt auch weniger darin, grundlegend neue Erkenntnisse zu liefern, als vielmehr in der trotz der ein oder anderen Ungereimtheit insgesamt gelungenen, thematisch gebündelten Dokumentation. --Andreas Vierecke